Jeder liebt den Labrador!

Sein wunderbarer Ruf eilt ihm voraus: kinderlieb, leicht erziehbar, immer gut gelaunt, und eifrig soll er sein.
Mal ganz zu schweigen von seinem attraktiven Äußeren, das ihn nochmal extra begehrenswert macht!

ABER: was davon stimmt eigentlich?

*der berühmte "will to please":
was ist das überhaupt? Wörtlich übersetzt ist es der "Wille, zu gefallen!"
In der Praxis bedeutet es: der Labrador möchte seinen Menschen unbedingt glücklich machen!
Er beobachtet genau, wartet auf ein Signal oder einen Befehl und bemüht sich alle Erwartungen zu erfüllen.
Die Vorteile dieses Verhaltens liegen auf der Hand. Es ist einfach dem Labrador mit Lob zu motivieren und
er gibt sich Mühe schnell zu lernen und zu gehorchen.
Dadurch kann er gutes Benehmen genauso wie erfolgreiches Jagen, Hundesport oder die Aufgaben eines
Blinden.-, Begleit.- oder Therapiehundes erlernen.

Aber eines ist klar: Erst einmal muss der Mensch deutlich machen, welches Verhalten erwünscht ist und welche Aufgabe es zu erfüllen gilt.
Denn bei aller Intelligenz und Lernfähigkeit - Gedanken lesen kann selbst der Labrador nicht!

*der kinderliebe Labrador:
Soweit ein Hund kinderlieb sein kann, ist es der Labrador. Er hat von der Veranlagung her ein einnehmendes und friedfertiges Wesen
und liebt es, mit Menschen zusammen zu sein.
Sein Aggressionspotential ist gering, und er lässt sich im Normalfall gut erziehen. Aus all diesen Faktoren ergibt sich das Bild eines Hundes,
der sehr gut für das Leben in einer Familie mit Kindern geeignet ist.
Trotzdem muss gesagt werden: Kein Hund ist von Haus aus kinderlieb.
Auch beim Labrador müssen die sehr positiven Anlagen durch eine gute Prägung gefestigt werden.
Wenn ein Labrador in der wichtigen Prägephase an Kinder gewöhnt wird und wenn es Regeln im Umgang von Kind und Hund gibt,
die beide Seiten befolgen, dann kann der Labrador auf jeden Fall der beste Freund Ihrer Kinder werden!

Allerdings ist und bleibt der Labrador von seinem Erbe her ein Jagdhund. Auch wenn es inzwischen in der Zucht eine Trennung von "Showlinie"
und "Arbeitslinie" gibt: Alle Labradore wollen arbeiten, am liebsten Nasenarbeit, Dummy-Arbeit oder andere Apportierspiele.
Und das gilt auch für die Hunde aus den Showlinien.

*der "Anfängerhund" Labrador:
Sagen wir es einmal so: das hängt davon ab, was Sie unter einem Anfängerhund verstehen.
Einen, der von seiner Anlage her umgänglich, freundlich und anpassungsfähig ist? Einen, der sich gerne etwas beibringen lässt und der
dafür von Herrchen und Frauchen kein spezielles Hunde-Diplom verlangt?
Dann ja: Dann ist der Labrador ein Anfängerhund.

Wenn Sie aber einen Hund darunter verstehen, der von Anfang an einfach nur unproblematisch mitläuft und sich alles von selbst beibringt,
dann: Nein, dann ist der Labrador kein Anfängerhund.
Nach dieser Definition gäbe es allerdings überhaupt keinen Anfängerhund. Denn bis ein Hund stubenrein ist, bis er den Grundgehorsam
beherrscht und begriffen hat, wie der Alltag in seiner Familie abläuft, dafür braucht es einfach Zeit und ordentliche Erziehungsarbeit.

Die gute Nachricht ist aber: Der Labrador macht einem diese Aufgabe ziemlich leicht, denn er ist intelligent, gelehrig, gutmütig und
weder stur noch schnell beleidigt.
Und er hat eben diesen "Will to please" der die Erziehung durchaus erleichtert.

*Wasser & Leckerlis - die Leidenschaft des Labradors?
Schlicht und ergreifend: ja. Aber warum?

Die Liebe zum Wasser lässt sich ganz einfach mit der Geschichte der Rasse erklären. Der Labrador Retriever wurde als Jagdhund gezüchtet,
genauer gesagt als WAsser-Apportierhund.
Über seine genaue Herkunft gibt es - wie bei vielen Rassen - verschiedene Geschichten. Klar ist, dass er aus Neufundland in Kanada stammt
und die nahe gelegene Labrador-Halbinsel wohl namensgebend für die Rasse war.
Recht schnell wurden die ersten Labradore nach England exportiert, das als Entstehungsland der Rasse, wie wir sie heute kennen, gilt.
In England wurde im 19. Jahrhundert die Bezeichnung "Labrador Retriever" geprägt.
Das Wort retrieve (zurückholen) zeigt, dass dieser Hund über enorme Qualitäten beim Apportieren verfügt. Besonders professionell war er bei
der Jagd im Wasser, wenn es darum ging, geschossene Wasservögel an Land zu holen.
Insofern liegt ihm die Leidenschaft für das Wasser tatsächlich im Blut.

Und die Lust auf Leckerlis? Die ist (noch) nicht wissenschaftlich erklärt worden. Fakt ist aber, dass nicht wenige Labradors aus Langeweile
fressen, weil sie unterschätzt und folglich auch unterbeschäftigt werden.

*der "Gute-Laune-Macher"
Ja, das muss man ihm neidlos zugestehen.
Der Labrador ist von ansteckender Fröhlichkeit, hat jede Menge Energie und wirkt - auch wenn wir Menschen so etwas gerne interpretieren -
irgendwie optimistisch. Vielleicht ist es seine große Anpassungsfähigkeit, die ihn so erscheinen lässt:
"Oh, wir fahren nicht in den Wald? Na gut, am See ist es auch lustig. Aha, es geht heute in eine fremde Umgebung. Macht nichts, ich komme
damit klar."
Mit dieser Einstellung scheint der Labrador gesegnet zu sein.

Kein Segen war für ihn in den letzten Jahrzehnten seine überwältigende Beliebtheit. Durch Massenzucht entstanden diverse gesundheitliche
Probleme, vor allem an Hüfte und Ellbogen. Ein gesunder Labrador aus einer seriösen Zucht ist aber definitiv ein echter Sonnenschein.

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